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Schenkungsmeldung – Erbschaftssteuer – Schenkungssteuer – Meldeverpflichtung – Selbstanzeige

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  • 2. Juni 2014
  • by Andreas Pucher
  • Anzeigepflichtig, Erbschafssteuer, Finanzstrafgesetz, Schenkungsmeldung, Schenkungssteuer, Selbstanzeige,
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Allgemein

Sie überlegen etwas zu vererben oder zu verschenken?

Grundsätzlich gibt es derzeit in Österreich keine Schenkungssteuern und keine Erbschaftssteuern.

Zu beachten ist jedoch, dass es eine Anzeigepflicht für Schenkungen unter Lebenden gibt. Das heißt, davon nicht betroffen sind Schenkungen auf den Todesfall. Diese Anzeigepflicht besteht jedoch nur bei bestimmten Vermögenswerten. Diese sind:

- Bargeld
- Kapitalforderungen (z.B. Sparbüchern)
- Anteile an Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH und AG)
- Anteile an Personengesellschaften (z.B. an Offenen Gesellschaften und Kommanditgesellschaften)
- Beteiligungen als stille(r) Gesellschafterin (Gesellschafter)
- Betriebe und Teilbetriebe (Land- und Forstwirtschaft, selbstständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb)
- Bewegliches Vermögen (z.B. Autos, Boote, Edelmetalle, Schmuck, etc.)
- Immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Wohnrechte, Fruchtgenussrechte, Gutscheine, etc.)

Nicht unter diese Vermögenswerte fallen Erbschaften oder Schenkungen von Grundstücken, da diese von der Grunderwerbsteuer erfasst werden und dadurch gemeldet werden.

Da jedoch nicht jedes Geburtstagsgeschenk oder Weihnachtsgeschenk einer Anzeigepflicht unterliegen soll (auch wenn auf Grund der klammen Staatskassen ein derzeit eingefügt werden sollte), gibt es Befreiungen von der Anzeigepflicht.

Befreiungen

Befreit von der Anzeigepflicht sind Schenkungen (Zuwendungen) bis zu einem Wert von EUR 50.000,– zwischen nahen Angehörigen pro Jahr. Für jeden Angehörigen gilt die Grenze gesondert (siehe Beispiele unten).

Auch befreit sind Schenkungen zwischen anderen Personen (keine Angehörigen) bis zu einem Wert von EUR 15.000,– innerhalb von 5 Jahren.

Weitere Befreiungen sind übliche Gelegenheitsgeschenke, soweit der (gemeine) Wert 1.000,– nicht übersteigt. Z.B. Weihnachtsgeschenke, Sponsion, Matura, etc. Falls Sie Hausrat, Kleidung oder Wäsche verschenken wollen, ist auch dies von der Meldepflicht befreit und an keine Wertgrenze gebunden.

Weitere Befreiungen können wir mit Ihnen bei einem persönlichen Beratungsgespräch klären.

Frist

3 Monate ab dem Erwerb – diese können wir mit Ihnen durch führen.

WICHTIG: Unterbleibt innerhalb der Frist eine Meldung, sieht das Finanzstrafgesetz eine (Geld-) Strafe bis zu 10% des geschenkten Vermögens vor. Außerdem ist eine strafbefreiende Selbstanzeige nur innerhalb eines Jahres ab dem Ablauf der 3 Monatsfrist möglich.

Beispiel: Vater schenkt Tochter am 10. Juni 2014 ein Sparbuch im Wert von EUR 40.000,–. Am 2. August schenkt der Vater seiner Tochter Gold im Wert von 15.000,–.

Lösung: Bei der ersten Schenkung iHv EUR 40.000,– ist noch keine Anzeigepflicht eingetreten, da der Wert von EUR 50.000,– noch nicht erreicht wurde. Am 2 August jedoch wurde innerhalb der Jahresfrist der maximale Schenkungsbetrag überschritten. Dies löst die Anzeigepflicht innerhalb von 3 Monaten aus!

Fortsetzung Beispiel: Da die Tochter mit ihrem Freund zusammen ziehen möchte schenkt ihre Mutter ihr eine Eigentumswohnung, die bereits seit längerem leer steht und ebenfalls ein Sparbuch iHv EUR 25.000,–

Lösung: Die Schenkung der Eigentumswohnung ist von der Anzeigepflicht ausgenommen, da bereits durch die Grunderwerbsteuer, die bei der Eintragung der Tochter als neue Eigentümerin anfällt eine Meldung erfolgen muss. Die Schenkung des Sparbuchs ist befreit, da die Freigrenze der Mutter noch nicht erschöpft wurde.

Merke: Die EUR 50.000,– Grenze gilt für Geschenke eines Angehörigen X an einen Angehörigen Y innerhalb eines Jahres.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr PZ TEAM

© PZ Steuer- & Unternehmensberatungs GmbH, Hinweis: Trotz sorgfältiger Erstellung vorliegender Klienteninformation, sind alle Informationen ohne Gewähr. Stand 06/2014

*) verfasst von Thomas Pucher LL.B.

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